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New Bern: Wenig Grund zu feiern
Im Zusammenhang mit unserem Antrag betreffend die Reise des Stadtpräsidenten und der Finanzdirektorin zur 300-Jahr-Feier von New Bern sind uns - auch aus North Carolina - verschiedene Unterlagen zugänglich gemacht worden, die klar besagen, dass aus der Sicht der Stadt Bern kaum Grund zum Feiern besteht.
Vor 300 Jahren wollte sich das Berner Patriziat als Kolonialmacht versuchen und mit der Ausbeutung der Silberminen in North Carolina reich werden. Zugleich ergab sich die Möglichkeit, einige Hundert "unerwünschte Elemente" – Arme und religiöse Dissidente, meist Täufer – loszuwerden. Diese wurden gegen ihren Willen zwangsausgeschafft und unter miserablen Bedingungen (viele verstarben schon auf der Fahrt) zum Aufbau von New Bern verpflichtet.
Das bernische Kolonialexperiment nahm einen sehr unrühmlichen Verlauf. Die in North Carolina ansässige indianische Bevölkerung vertrieb die Berner nach kurzer Zeit und zerstörte die Anfänge der Siedlung. Das heutige New Bern wurde später von englischen Auswanderern aufgebaut und hat mit der Bundesstadt - ausser dem Wappentier - nichts zu tun.
Eine gute Zusammenfassung der Geschichte bietet der Beitrag aus www.swissinfo.ch: http://www.swissinfo.ch/ger/Specials/300_Jahre_New_Bern_
/Die_ungluecklichen_Abenteuer_eines_Gruendervaters.html?cid=7811930
Die Angaben werden vom Kurator der Ausstellung „300 Jahre New Bern“ in einem Radiogespräch weitgehend bestätigt:
http://www.drs4news.ch/www/de/drs4/sendungen/top/drs4-talk/5733.sh10131190.html
Die GPB-DA erwartet von den beiden Mitglieder der Stadtregierung, dass sie bei den Feierlichkeiten in New Bern im Sinne einer ehrlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte nicht nur die faktisch nicht existierende Abstammung der heutigen Stadt von Bern bejubeln, sondern auch des Unrechts an den Zwangsdeportierten aus Bern und an der einheimischen indianischen Bevölkerung gedenken.



