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Keine neuen AKW's - bestehende AKW's sofort stillegen!
Die Schweizer Atomlobby kommt immer dreister mit ihrer Idee eines neuen Atomkraftwerks daher.
Axpo, BKW und Konsorten konkurrieren sich mit Plänen und Rückstellungen für Neuinvestitionen.
Diese Stimmung hat die Anti-AKW-Kreise aus der Krise seit den letzten katastrophal verlorenen
Abstimmungen „Bern ohne Atom“ 2000 und „Ausstieg und Moratorium+“ 2003 herausgelockt. Es formiert sich eine neue breite Gegenbewegung.
Neues AKW in Mühleberg?
Die BKW will in Mühleberg ein neues AKW bauen, die Akzeptanz am alten Standort sei sehr hoch. Sie redet von einer Leistung von 1,2 Gigawatt. Das ist dreieinhalb mal mehr als beim bisherigen AKW.
Damit wird auch das Mehrfache an Kühlleistung benötigt. Aus der Aare? Dies ist wohl nicht möglich, denn bereits das bestehende Mühleberg kann in Sommermonaten nur reduziert Strom produzieren, weil die Aare sonst zu stark erwärmt würde. Das neue AKW muss also einen Kühlturm besitzen. Der wird etwa wie in Leibstadt 144 Meter hoch und am Fuss 120 Meter breit. Der heutige sichtbare Abluftkamin ist
125 Meter hoch.
Das ländliche Mühleberg wird zukünftig vom Schatten eines Industriekomplexes
überragt. Dies könnte die gepriesene Verbundenheit der EinwohnerInnen mit dem AKW beeinträchtigen.
Neue AKW in der Schweiz noch möglich?
Trotz des Zuwachses in Asien bleibt die Anzahl AKW weltweit konstant. Bei AKW handelt es sich um eine höchst gefährliche Technologie, nach wie vor ist der Widerstand in der Bevölkerung gegen den Bau eines neuen Reaktors sehr gross. Es gibt aber auch andere Faktoren, welche gegen einen Neubau sprechen:
In Finnland wird derzeit ein AKW des „neuen“ Typs EPR (European Pressurized Reactor) gebaut. Es sollte ein Vorzeigereaktor sein. - Die Inbetriebnahme wird sich sicher um zwei Jahre verzögern, weil es immer wieder technische Probleme gab oder „Sicherheits“-Auflagen unterlaufen wurden.
Die Atomlobby will die Bewilligungsfristen kürzen. Aber langwierige Klagen bis vors Bundesgericht können sie nicht verhindern. Aktuelles Beispiel: Das AKW Mühleberg ist zurzeit das einzige Schweizer AKW mit
nur befristeter Bewilligung. Die BKW wollte sie im Januar 2006 unter Ausschluss der Öffentlichkeit in eine unbefristete umwandeln lassen. Dies wurde vom Energiedepartement UVEK abgelehnt, worauf die BKW Rekurs einlegte. Das Bundesverwaltungsgericht stimmte diesem zu. Nun gelangte das UVEK an das Bundesgericht... Das ganze Verfahren dauert jetzt 19 Monate, ohne dass wir überhaupt eingreifen mussten!
Verhinderung neuer AKW geht zu wenig weit
Wir wollen nicht die Gefahr neuer AKW klein reden. Aber heute geht die eigentliche Gefahr von den bestehenden Reaktoren aus! Drei der fünf
schweizerischen AKW sind älter als 35 Jahre. Die immer noch wachsenden Risse im Reaktorinnern des AKW Mühleberg wurden schon vor
17 Jahren entdeckt. Unfälle in etlichen AKW weltweit zeigen immer von neuem, dass die Ingenieure bestimmte Szenarien nicht bedenken oder schlicht unterschätzen. Brände, Flugzeugabstürze, oder gleichzeitige
Beschädigung von Notsystemen haben zu neuen Erkenntnissen geführt,
welche in alten Reaktoren nicht einfach umzusetzen sind. Neue Kühlsysteme können nicht einfach in einen bestehenden Bau hineinmontiert werden. Deshalb zeigen alle Studien, dass alte Reaktoren (Mühleberg und Beznau) etwa zehnmal gefährlicher sind als neuere (Gösgen und Leibstadt).
Jetzt reicht’s!
In Richtlinien geben die Atombehörden vor, zu wissen, über was für Einrichtungen und Notsysteme ein AKW verfügen muss. Das „Restrisiko“ schlägt zu, wenn diese Systeme versagen oder unbedachte Unfälle eintreten. Gerade kürzlich wurden in der Schweiz Resultate einer Erdbebenstudie veröffentlicht. Die Ergebnisse sind erschreckend: Gegenüber früheren
Untersuchungen muss man damit rechnen, dass die Notsysteme gegen doppelt so starke Erschütterungen „geschützt“ sein sollten. So sind sie aber nicht gebaut.
Damit ist der GAU (der „grösste anzunehmende Unfall“, bei dem keine Katastrophe passieren sollte) schon auf dem Papier ein Super-GAU. Die Erdbeben-Richtlinien sind zur Makulatur geworden. Beharren wir darauf, dass daraus
Konsequenzen gezogen werden!



