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Kein Abbau des Briefkastenangebotes in der Stadt Bern
Interpellation: Was unternimmt der Gemeinderat gegen den massiven Abbau des Briefkastenangebotes in der Stadt Bern?
In der Stadt Bern sollen 50 von 300 Briefkästen verschwinden, in der Innenstadt fallen sogar zwei Drittel aller Briefkästen dem Abbau zum Opfer.
Diese „Optimierung der Standorte“ erfolge jeweils „in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden“, erklärt die Post auf Anfrage. „In der Stadt Bern wurden die neuen Standorte in Zusammenarbeit mit den entsprechenden städtischen Gremien bestimmt“.
Die Post behauptet, mit dieser Massnahme könne sie allein in der Stadt Bern Leerungsrouten von täglich 120 km einsparen, was ökologisch sinnvoll sei. Abgesehen davon, dass diese Zahl völlig unseriös zu hoch erscheint, wird ausser Acht gelassen, dass eine Ausdünnung des Briefkastenangebotes zwangsläufig zu Mehrverkehr, auch mit dem Auto, führt.
Der Gemeinderat wir angefragt:
- Teilt der Gemeinderat die Ansicht, dass die im Gange befindliche Ausdünnung des Briefkastenangebotes insbesondere für ältere Personen, Gehbehinderte und zeitlich eingeengte Personen und Unternehmen zu Erschwernissen führt und damit die Qualität des Standortes Bern reduziert wird?
- Wann hat die Post die Stadt über ihre Pläne, 50 Briefkästen abzubauen, informiert?
- Stimmt die Auskunft der Post, dass die neuen Standorte (und damit logischerweise auch die aufzuhebenden Standorte) in Zusammenarbeit mit den zuständigen Gremien der Stadt erfolgt?
- Um welche Gremien handelt es sich?
- Wie genau funktionieren die „enge Zusammenarbeit zwischen Post und Gemeinde“ bzw. das Bewilligungsprozedere?
- In welcher Weise hat die Stadt bei konkreten Standortentscheiden ein Mitbestimmungsrecht?
- Warum wurden die Pläne der Post von der Stadt nie kommuniziert?
- Die Post schiebt der Denkmalpflege die Verantwortung für den Abbau der Briefkästen in der Innenstadt zu. Es wäre aber der Post ohne Weiteres zuzumuten, eine in Farbe, Gestaltung und Massen denkmalgerechte Variante des neuen Briefkastens zu entwickeln, umso mehr als sich das Problem wohl nicht nur in Bern stellt. Ist der Gemeinderat bereit in diesem Sinne bei der Post zu intervenieren?
27. November 2008
Postulat für Massnahmen der Stadt gegen den Abbau des Briefkastenangebotes
In Ergänzung zur gleichzeitig eingereichten Interpellation „Was unternimmt der Gemeinderat gegen den massiven Abbau des Briefkastenangebotes in der Stadt Bern?“ wird der Gemeinderat ersucht:
- Bei der Post und beim Bundesrat als vorgesetzte Behörde der Post gegen den im Gange befindlichen Abbau des Briefkastenangebotes zu intervenieren
- Klar zu definieren, welches Gremium für die Zusammenarbeit mit der Post, bzw. für die Beurteilung von vorgeschlagenen Massnahmen der Post, zuständig ist
- Regelmässig, mindestens jedoch im Jahresbericht, über die Entscheide dieses Gremiums zu informieren
- Als UNESCO-Welterbestadt bei der Post die Entwicklung eines in Farbe, Gestaltung und Massen denkmalverträglichen Briefkastenmodells für die Innenstadt zu verlangen
27 November 2008



