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Blaues Bähnli zurück auf den Casinoplatz!

Seit dem 12. Dezember 2010 donnert das blaue (resp. blaurote) Bähnli mit ohren-betäubendem Quietschen als 5. Öffentliches Verkehrsmittel durch die Markt- und Spital-gasse und bedient weiter die Fischermätteli-Linie.

Schon 2005 haben Messungen ergeben, dass das Blaue Bähnli die Lärmgrenzwerte für Schienenfahrzeuge weit überschreitet. Was voraussehbar war, hat sich leider bestätigt: Das als Überlandtram konzipierte Worbbähnli eignet sich in keiner Weise als zeitgemässes innerstädtisches Transportmittel.

Statt mühelos und ohne Hindernisse, fast ebenerdig einsteigen zu können, erklimmt man drei hohe Stufen in das Innere des Gefährtes.

Für gehbehinderte oder motorisch eingeschränkte Menschen, für Personen mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer kommt der Einstieg einem Spiessrutenlauf gleich. Das Tram verfügt nämlich leider nur über einen niederflur-ähnlichen Einstieg. Dieser führt in die kleine „Sänfte“ mit einer einzigen Sitzmöglichkeit in Form eines kleinen Klappsitzes. Auf beiden Seiten des Niederflurabteils führen 3 Stufen zu den Sitzabteilen.
Personen mit Kinderwagen müssen die gesamte Fahrt über stehen.

Das Niederflurabteil ist gerade im kinderreichen Fischermätteliquartier immer gut gefüllt mit Kinderwagen, Geschwistern und Eltern. Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerinnen hätten oftmals gar keinen Platz mehr. Gehbehinderte Menschen müssen sich einen Weg durch den Wagenpark zu den Stufen bahnen.

Es ist deshalb sinnvoll, den Fehlentscheid betreffend Weiterführung des Blauen Bähnli rückgängig zu machen und zwischen Bahnhof und Fischermätteli wieder Niederflur-fahrzeuge einzusetzen. Dies wäre auch ein erster Schritt zur dringend gebotenen Entlastung der Innerstadtdurchfahrt im Interesse der Fussgänger. Zudem entstünde unter dem Baldachin, wo die Tramzüge heute wegen Frequenzüberlastung gerade einmal 40 Sekunden zum Aus- und Einsteigen Halt machen dürfen, etwas mehr Platz.

Der Gemeinderat wird beauftragt, seine Aufsichtspflicht gemäss Art. 15 des „Anstalts-reglementes der städtischen Verkehrsbetriebe“ wahrzunehmen und BernMobil die Weisung zu erteilen, das Blaue Bähnli wieder, wie vor dem letzten Fahrplanwechsel, am Casinoplatz enden zu lassen. Ebenfalls wird der Gemeinderat beauftragt, in diesem Sinne seinen Einfluss beim Kanton und der Verkehrskommission der Regionalkonferenz geltend zu machen. Die Fahrzeuge der Strecke Bahnhof-Fischermätteli der Linie 6 würden im früheren 6-Minuten-Takt die Schlaufe Christoffelgasse-Bundesgasse-Schwanengasse benützen und könnten evtl. mit der Linie 3 gekoppelt werden.

Begründung der Dringlichkeit:
Auch nach der angekündigten „Übergangsphase“ während der Nacht ist die Situation für das betroffene Quartier unhaltbar. Für den Erfolg der vorgesehenen Lärmdämpfungsmassnahmen garantiert niemand und die Platzverhältnisse sind für Gehbehinderte, Personen mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrende nicht zumutbar.

27. Januar 2010